Archiv für den Monat: Januar 2015

Neuseeland – Auckland und Nordinsel

von Dani Auf unserem Flug nach Auckland haben wir einen ganzen Tag, nämlich den 30.12.2014, verloren, da wir über die Datumsgrenze geflogen sind. Wir sind am 29.12.14 in Rarotonga gestartet und am 31.12.14 um ca. 2 Uhr morgens in Auckland gelandet. Wir haben beide noch nie einen Tag nicht erlebt. Sehr komisch! So, nun würden unsere richtigen Flitterwochen starten... Wir hatten anfangs ein paar Probleme, da wir unseren ursprünglich reservierten Mietwagen erst nach einem Anruf des Managers unseres Appartementhotels bekamen. Da wir die Zeitverschiebung nicht berücksichtigten hatten wir den Wagen zu früh bestellt und konnten ihn nicht rechtzeitig abholen. Aber ansonsten hatten wir in Auckland eine tolle Zeit! Auckland ist eine schöne Stadt mit hübschen Wohnvierteln und einer schönen Innenstadt, in der man neben sehr alten Gebäuden auch viele Wolkenkratzer findet. Es gibt eine kleine Fußgängerzone um den Skytower herum, der die Hauptattraktion der Stadt ist. Der Skytower ist 198 m hoch und besitzt neben mehreren Aussichtsplattformen ein Restaurant, das verglast ist und sich langsam um 360 Grad dreht. Man kann vom Skytower eine Art Bungeesprung machen, der aber etwas abgefedert wird und daher kein richtiger freier Fall ist. Außerdem kann man den "Skywalk" machen, bei dem man auf einem Gitterrost, der um den Turm herum führt, aber kein Geländer besitzt, nur an einem Seil gesichert zusammen mit einem Guide in 192 m Höhe einmal um den Turm herumspaziert und hierbei ein paar nervenaufreibende (wenn man nicht ganz schwindelfrei ist) Aufgaben bewältigen muss - was wir natürlich gemacht haben :-), aber dazu später noch ... ! Am Hafen sind viele Restaurants und Bars, in denen man mit Blick auf die gegenüberliegenden Halbinseln einen leckeren Cocktail genießen kann. Abends gibt es auch in der Stadt einige Bars, wohin man ausgehen kann. Den Silvesterabend haben wir dann am Hafen in einer Bar draußen verbracht mit Blick auf den Skytower, der bunt erleuchtet war und von dem später das Feuerwerk abgefeuert wurde. Hunderte von Menschen standen in der lauwarmen Nacht auf der Straße und haben auf den Jahreswechsel gewartet. Auch wir standen gespannt mit unserer Flasche Prosecco in der Menge und blickten auf den Skytower, wo die Minuten angezeigt wurden. Die letzten 10 Sekunden wurden von allen Menschen laut mitgezählt, es war eine atemberaubende Atmosphäre ... und dann war es 2015, juhuuu! Wir freuten uns sehr! Das war unser erstes Silvester als Ehepaar, und dann noch auf unserer Weltreise und in einer aufregenden Stadt! Später landeten wir in einer Salsabar und tanzten endlich mal wieder Salsa und Bachata, bevor wir irgendwann ins Hotel zurück liefen und todmüde ins Bett fielen. Am nächsten Tag liefen wir durch die Stadt und machten den Skywalk. Es war schon ein wenig aufregend, in 192 m Höhe nur an einem Seil gesichert, im Freien zu stehen und auf die Stadt unter einem zu blicken. Die Aufgaben, die wir zu bewältigen hatten, begannen damit, dass wir erst die Zehen über den Rand des Rostes schieben und hinunter schauen sollten, bis dahin, dass wir uns mit unserem vollen Gewicht in das Seil und über den Rand stemmten und somit praktisch frei über der Stadt hingen, was ein beängstigendes Gefühl war. Aber wir haben alles mitgemacht und hatten viel Spaß und Aufregung! Nachmittags sind wir mit unserem Mietwagen auf die gegenüberliegende Halbinsel nach Devonport gefahren, das ein hübscher kleiner Ort ist, von wo wir einen fabelhaften Blick auf den Sonnenuntergang und die Skyline von Auckland hatten. Am nächsten Tag sind wir zu unserem kleinen, 3-tägigen Roadtrip gestartet. Er sollte uns über die Coromandel Halbinsel, vorbei an Bay of Plenty, Richtung Lake Taupo bis nach Wellington führen, wo wir am Montag ankommen sollten. Wir hatten keine Unterkunft gebucht, da wir noch nicht wussten, wo wir übernachten wollten und auch dachten, dass wir sicher unterwegs ein B&B o. ä. fänden. Also fuhren wir gut gelaunt los und sahen viele schöne Orte und Strände an unserem ersten Tag. Die Landschaft und die Strände waren ganz anders, als die traumhaften Strände der Südsee. Die Strände hier erinnerten eher an Strände in Südengland oder Frankreich. Auch das Meer war viel kälter, ebenso wie das gesamte Klima. Aber es war trotzdem sehr schön, wir mussten uns nur wieder etwas daran gewöhnen. Gegen Abend landeten wir dann an der Ostküste in einem kleinen Ort namens Hahei. Da wir langsam auch Hunger bekamen und müde waren, wollten wir uns hier nach einer Unterkunft umsehen. Das einzige, was wir jedoch sahen, waren Schilder, auf denen "belegt" (no vacancy) standen. Mmhh, so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir fuhren Straße um Straße ab, von B&B zu B&B, aber fanden nichts. Irgendwann stiegen wir aus und fragten trotzdem bei einem B&B nach einem Zimmer. Die ältere Dame lachte uns aus und sagte, dass sie wir in der Hauptferienzeit hier wären und sie bereits Buchungen für das nächste Jahr 2016 habe! Waaas?? Ok, wir versuchten, uns nicht entmutigen zu lassen und telefonierten alle möglichen Hostels und B&Bs in unserem Reiseführer durch, die in 100 km Entfernung waren, aber wir hörten immer nur "sorry, ausgebucht". Auch online war keine Unterkunft weit und breit zu finden. Nun waren wir doch entmutigt und die Stimmung war am Tiefpunkt. Es blieb wohl nur die Möglichkeit, im Auto zu schlafen, da wir zu müde waren, um noch auf gut Glück weiterzufahren. Wir beschlossen, erstmal etwas zu essen und uns dann irgendwo einen Platz zu suchen, wo wir mit dem Auto über Nacht bleiben konnten. Nach dem Essen standen wir etwas unschlüssig vor unserem kleinen Auto und ich sah mich ein wenig auf dem schwarzen Brett um, das hinter uns stand. Plötzlich sah ich eine Anzeige, in der ein Haus zu vermieten war. Ich bat Michael, mal dort anzurufen, ob sie uns vielleicht auch nur ein Zimmer vermieteten - und siehe da, wir hatten GLÜCK!!! Im Haus gab es eine Einliegerwohnung, die wir haben konnten. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen! Wir fuhren sofort dorthin und fanden ein sehr schönes Haus, in dem wir gerne bleiben wollten. Wir waren so glücklich und dankbar. Lorne und Carroll, die Eigentümer des Hauses, hatten die Wohnung noch nie vorher einzeln vermietet, machten für uns aber eine Ausnahme, da sie selbst einmal als junges Ehepaar in einer ähnlichen Situation gewesen waren. Sie luden uns sogar noch auf ein Glas Wein ein und wir verbrachten einen schönen Abend mit ihnen. Lorne arrangierte auch noch am selben Abend eine Bootstour für uns für den nächsten Morgen. Wir waren unendlich glücklich und erleichtert!! Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Hahei Explorer, einem kleinen Schlauchboot an der Küste entlang und sahen uns die Höhlen an, die man dort zahlreich findet. Danach fuhren wir zum Hot Water Beach, einem großen Strand, der unterirdisch von heißen Quellen durchzogen ist, und man dort an bestimmten Stellen in kochend heißem Wasser sitzen kann, wenn man ein Loch gräbt. Daher sind dort alle Menschen am Strand mit Schaufeln und Spaten bewaffnet und es gibt einen kleinen Kampf um die heißen Stellen, da man sich einen kleinen Pool im Sand bauen kann, wenn man das heiße Wasser findet und es mit dem kalten Meerwasser mischt. Wir fanden leider keinen freien Platz mehr und legten uns einfach an den Strand. Später fuhren wir dann noch zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, der Cathedral Cove, einem riesigen Felsen, der eine durchgängige Höhle enthält, die zwei kleine schöne Strände miteinander verbindet. Bis dahin muss man 45 Minuten gehen, aber die Landschaft ist wunderschön, weshalb sich der Weg lohnt. Das Wasser war eisig kalt, aber ich wagte mich auch endlich mal hinein und überlebte es 🙂 ! Wir blieben noch eine Nacht in Hahei und verbrachten einen lustigen Abend mit Lorne, Carol und ihren Nachbarn in dem gemütlichen Open-Air Restaurant und "Live" Musik was sich später als einfacher DJ entpuppte. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter Richtung Bay of Plenty, einem Küstenabschnitt weiter südlich mit kilometerlangen Stränden. Es war wunderschön dort, der Strand schien nicht zu enden. Vor lauter Freude hüpfte ich am Strand entlang. Plötzlich fühlte ich aber einen stechenden Schmerz in der linken Wade und konnte nicht mehr auftreten. Mist, Bein gezerrt!! Und das einen Tag vor unserer Rundreise, auf der wir u. a. wandern würden. Ich hielt mein Bein eine halbe Stunde ins eiskalte Meer, was ein wenig half. Aber die restliche Fahrt war schmerzhaft und ich konnte Michael mit dem Fahren erstmal nicht ablösen. Wir fuhren weiter Richtung Rotorua, wo wir uns das Thermal Wonderland, ein Naturpark, in dem man Geysiere, brodelnde Krater und kochende Schlammpools sehen konnte. Dies ist einzigartig in Neuseeland und es war ein tolles Erlebnis. Es stank fürchterlich nach Schwefel und faulen Eiern, aber es war atemberaubend. Die Krater enthielten rote, gelbe, giftgrüne und blaue Flüssigkeiten und Ablagerungen (Schwefel, Mangan, Eisen, Arsen u. ä.) und überall brodelte kochend heißes Wasser. Danach fuhren wir weiter Richtung Lake Taupo, dem größten See in Neuseeland. Taupo ist eine niedliche kleine Stadt mit vielen Cafés und Bars direkt am See. Wir aßen dort zu Abend und sahen auf der Weiterfahrt den schönsten Sonnenuntergang, den wir bisher auf unserer Reise gesehen hatten. Langsam wurde es dunkel und wir mussten noch ca. 300 km bis Palmerston North fahren, wo wir in einem Motel übernachten wollten. Neuseeland ist das Land der Kurven und es gibt eigentlich nur Landstraßen, so dass die Fahrt sehr unangenehm war und uns beiden irgendwann schlecht war. Stundenlang begegnete uns kein Auto und die Fahrt wollte einfach nicht enden. Wir hatten trotzdem viel Spaß, sangen laut und redeten viel Quatsch 😉 ! Gegen 23.30 Uhr kamen wir endlich in Palmerston North und in unserem Motel an. Eigentlich war es schade, dass wir hier nur übernachten konnten. Die Stadt war jedenfalls im Dunkeln schon sehr schön. Nach langem Suchen fanden wir endlich den Schlüssel zu unserem Zimmer und fielen todmüde ins Bett. Am nächsten Morgen fuhren wir dann noch ca. zwei Stunden bis nach Wellington. Wir hatten auch noch Zeit, unser Gepäck im Nomads Backpacker Hostel abzuladen, wo unsere Rundreise beginnen sollte, bevor wir unseren Mietwagen abgaben. Wir zeigten noch pflichtbewusst die von mir beschädigte Radkappe (mir war so ein blöder Bordsteinrand in den Weg gesprungen, ich konnte gar nichts dafür), aber wir mussten nichts bezahlen, es sei schon ok, sagte man uns. Einfach sehr entspannt, die Kiwis (so nennen sich die Neuseeländer selbst), toll! Wir fuhren mit dem Bus zurück in die Stadt und checkten im Hostel ein. Wir waren in einem "super awesome good times hostel" mit "super friendly people" und "super cool kids at the reception" gelandet, wie überall auf den Willkommensblättern geschrieben stand. Überall wimmelte es von jungen Reisenden, es gab eine große Gemeinschaftsküche, einen Gemeinschaftsfernsehraum und Gemeinschaftsschlafräume und -badezimmer. Nun waren wir also auf dem Backpacker-Level angekommen! Wieder eine neue Erfahrung... Allerdings waren wir dann doch unangenehm überrascht, als wir hörten, dass wir in verschiedenen Zimmern untergebracht waren, Michael im Männerschlafraum, ich im Frauenschlafraum. Das war wohl ein Scherz?! NEIN, war es nicht, versicherte man uns, dies sei auf der gesamten Rundreise so geplant. Wie bitte?? Dafür musste definitiv eine Lösung gefunden werden. Für diese Nacht zahlten wir unseren ersten Aufpreis und "gönnten" uns ein Doppelzimmer. Das fing ja gut an! Ich marschierte nachmittags in die Stadt und schlenderte in Ruhe durch die Geschäfte, während Michael sich ausruhte. Abends gingen wir zu unserem ersten Treffen mit der Reisegruppe in der Bar nebenan. Wir waren sehr gespannt, was und wer uns erwarten würde. Wir fanden eine bunt gemischte, recht große Gruppe von 20 Männern und Frauen im Alter von durchschnittlich 25 Jahren vor, manche auch viel jünger und nur ein paar noch in unserem Alter. Die Musik war sehr laut, so dass wir kaum etwas verstanden, die Stimmung später war sehr ausgelassen, es wurden viel getrunken und wir kamen uns irgendwie auf einmal sehr alt vor. Auf eine Partyrundreise hatten wir irgendwie keine Lust. Naja, wir mussten einfach abwarten, was uns erwarten würde. Wir klärten mit Rebecca, unserer Reiseführerin, noch, dass wir, wenn möglich gerne in Doppelzimmern untergebracht werden wollten oder eventuell noch mit dem anderen Paar, Krista und Saku aus Finnland, ein Zimmer teilen wollten. Rebecca versprach, sich darum zu kümmern, auch wenn dies tatsächlich für diese Reise nicht vorgesehen war. Sie sagte, dass uns eigentlich unsere Reiseagentur darüber hätte aufklären müssen, was sie jedoch nicht getan hatte. Wir lernten Krista und Saku, das einzige weitere Paar in der Gruppe, etwas näher kennen, aßen noch etwas und gingen schließlich ins Bett. Wir waren sehr gespannt auf die Reise und hofften, dass uns unser erster Eindruck von einer Partyreise täuschen würde! Bilder folgen bald...

Cookinseln – Aitutaki

von Dani Aitutaki begann mit einem sehr holprigen Flug in einem dieser kleinen Propellerfliegern. Ich mag das Fliegen zwar immer noch nicht, aber ich bin nicht mehr so nervös, wie noch vor einigen Monaten. Als wir uns dann im Landeanflug befanden, bot sich uns ein wunderschönes Bild einer traumhaften Lagune mit türkisfarbenem Wasser und vielen kleinen Inseln! Wow! Am winzig kleinen Flughafen wurden wir von Miles, unserem Vermieter, abgeholt und traditionell mit wunderschönen Blumenkränzen begrüßt. Diese werden aus den Blumen Frangipani (Tipani) angefertigt, die es in den Farben Weiß, Gelb, Pink und Gelb/Pink gemischt gibt, die wundervoll duften und sehr lange frisch bleiben. Miles fuhr uns erstmal zu einem Scooterverleih, wo wir sofort wieder einen Scooter mieteten und ich den beiden im Auto hinterher fuhr - auch hier natürlich wieder ohne Helm. Als wir dann in unserem Bungalow ankamen, haute uns der Anblick und vor allem der Ausblick von unserer Terrasse um: Unser Bungalow stand am Ende einer Reihe von insgesamt nur drei Bungalows und direkt am Strand, so dass alles sehr ruhig, entspannend und privat war. Zum Wasser waren es 20 Meter. Der Bungalow war wunderschön eingerichtet und wir blickten sowohl vom Bett aus, als auch von der Terrasse auf den weißen Strand, der von Palmen umsäumt war, und auf eine glasklare türkisfarbene Lagune. Vor unserem Bungalow standen am Strand zwei Liegen für uns bereit, die zum Relaxen einluden. DAS war nun das Paradies!!! Hier war einfach alles perfekt: der Bungalow, die Ruhe, der Strand, das Meer, das Wetter - alles!! Wir waren sehr glücklich! Nach einer kurzen Einweisung von Miles in alle Einrichtungen - wir hatten hier endlich eine Waschmaschine, was für uns wie ein Geschenk war, nachdem wir nun wochenlang meistens mit der Hand unsere Wäsche gewaschen hatten -, fuhren wir zum Christmas Market in die Stadt (von der Größe eher mit einem Dorf vergleichbar), beobachteten das Treiben dort, aßen gemütlich auf dem Rasen ein leckeres Gericht mit Scampi in Kokosnussmilch. Wir hielten zwar nach unserer Weddingplannerin Tania Ausschau, da sie hier Santa Claus' helper war, aber da wir sie nicht kannten, fanden wir sie natürlich nicht. Später stellte sich heraus, dass sie direkt hinter uns gestanden hatte, da ich sie durch Zufall fotografierte, als ich einfach ein paar Bilder von der Menge schoss. Wir trafen dafür aber wieder ein Paar, das wir bereits am Flughafen in Tahiti auf unserem Flug nach Rarotonga getroffen hatten und denen wir dort ein paar Münzen geschenkt hatten (sorry, wenn Ihr das jetzt lest, dann seid bitte nicht böse, aber wir haben Eure Namen wieder vergessen...zu viele Leute in zu kurzer Zeit, sorry). Sie berichteten von ihren ersten Erlebnissen auf der Insel und so unterhielten wir uns eine Zeit lang, bevor wir noch in den kleinen Supermarkt fuhren, um die wichtigsten Lebensmittel einzukaufen bzw. das zu kaufen, was es überhaupt gab. Auf Aitutaki gibt es keinen richtigen Supermarkt, sondern vielmehr einige kleine Shops, die Lebensmittel und Haushaltssachen verkaufen. Jeder Laden bietet jedoch andere Sachen an, so dass man zu mehreren Läden fahren muss, um letztendlich alles zu bekommen, was man einkaufen wollte. Alles ist hier sehr teuer, da alles importiert werden muss. Daher zahlt man hier schon mal z. B. für eine Wassermelone 15 NZD (ca. 10 Euro). Am Dienstag morgen frühstückten wir erstmal bei herrlichem Sonnenschein auf unserer Terrasse mit Blick auf das Meer. Wir hatten mit Tania per Email Kontakt aufgenommen und vereinbart, dass wir heute die Bootstour durch die Lagune, die 70 qkm groß ist, machen wollten, da wir ansonsten wegen der Weihnachtsfeiertage keine Gelegenheit mehr dazu haben würden. Gegen 9 Uhr stand Tania dann plötzlich vor uns und begrüßte uns herzlich mit einer Umarmung und Küsschen, als ob wir alte Freunde wären. Sie sagte uns, dass wir gegen 10.30 Uhr abgeholt würden und vereinbarte mit uns ein Treffen für 18 Uhr, um die Hochzeitsvorbereitungen zu besprechen. Tania ist noch sehr jung, ca. 21 Jahre alt, und eine sehr lustige, hilfsbereite und sehr herzliche Person. Wir mochten sie sofort. Die Lagunentour war wahnsinnig schön. Wir wurden von der Eigentümerin des ehemaligen Samade on the beach abgeholt und zum Strand gefahren, wo wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Wir standen vor einer atemberaubend schönen, riesigen Lagune, die glasklares türkisschimmerndes Wasser bot und zum Schwimmen einlud. Mit einem großen Boot und einigen anderen Touristen fuhren wir dann ca. eine Stunde bis zur ersten kleinen Insel, auf der wir für eine kurze Zeit abgesetzt wurden, um Fotos zu machen. Die Inseln sind vorwiegend in Privateigentum, sind aber für Touristen - nur per Boot - zugänglich. Auf dieser Insel befanden sich ein paar kleine Bungalows, die an Touristen vermietet wurden, darunter auch ein Bungalow der Königin der Cookinseln, den sie ebenfalls zur Vermietung anbot. Man hat daher die Möglichkeit, hier eine Nacht auf einer einsamen Insel zu verbringen, toll! Wir machten unzählige Fotos von dem glasklaren Wasser, dem weißen Strand und den Palmen und kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Es war einfach zu schön!! Genauso hatten wir uns die Südsee immer vorgestellt und wir waren einfach nur glücklich, nach Bora Bora nun das zweite Mal richtiges Südseefeeling zu erleben! Es war herrlich!! Danach fuhren wir zu einem Spot in der Lagune, wo wir ca. eine Stunde mit teilweise sehr großen Fischen schwammen und schnorchelten. Allerdings war das Schnorcheln auf der Lagunentour in Bora Bora um Welten besser, da wir dort viel mehr Fische gesehen hatten. Was allerdings nicht zu toppen war, dass wir kurz danach auf einer Sandbank namens "Heaven", die sich direkt vor der Insel "Onefoot Island", auf der wir später auch geheiratet haben (wovon wir bereits berichteten), befindet, ausgesetzt wurden und von dort aus durch das hüfthohe glasklare Wasser auf dem weichen sandigen Meeresboden zu Onefoot Island hinüber spazierten. Der Ausblick auf Heaven war atemberaubend. Um uns herum waren nur weißer feiner Sand, das türkisblaue Wasser und kleine Inseln zu sehen. Es war ein Traum und mit Abstand der schönste Ort, an dem wir bisher waren! Auf Onefoot Island angekommen, waren wir schon wieder überwältigt. Auch diese kleine Insel war wunderschön und entsprach genau dem, was man sich unter einem Südseetraum vorstellt. Wir freuten uns schon sehr darauf, hier zu heiraten. Nach einem tollen Mittagessen mit Salaten, gegrilltem Fisch und Fleisch und frischen Früchten, das uns von der Crew dort zubereitet worden war, machten wir unzählige Fotos von Strand, Meer und Palmen und schwammen im glasklaren Wasser, das allerdings recht kalt war (im Vergleich zu Bora Bora; verglichen mit Neuseeland war es wieder richtig warm). Danach fuhren wir mit dem Boot wieder zurück und verbrachten den restlichen Tag an unserem eigenen Strand, bis um 18 Uhr Tania bei uns erschien. Wir waren sehr gespannt, was sie uns von der geplanten Zeremonie berichten würde. Zunächst suchte ich, natürlich in Abwesenheit von Michael, meine Blumen für den Brautstrauß und den Haarschmuck aus. Michael würde eine passende Blumenkette erhalten. Dann erklärte uns Tania den Ablauf der Trauung, was der Celebrant (= Standesbeamter) sagen würde und was für uns als Ehegelübde vorgesehen war. Eine Trauung beinhaltet hier den schönen Brauch (wie auch in vielen anderen englischsprachigen Ländern), dass man sich gegenseitig ein Eheversprechen gibt, das man in der Regel selbst verfasst. Tania hatte diese bereits für uns vorgeschrieben. Wir sagten ihr aber, dass wir sie selbst schreiben wollten, was wir in den nächsten Tagen auch taten. Nachdem wir auch alles andere festgelegt hatten, gab uns Tania noch ein paar Tipps, wo man abends auf der Insel noch ein wenig ausgehen könne. Den Abend verbrachten wir gemütlich auf der Terrasse unseres Bungalows. Am nächsten Tag (Mittwoch) war der 24.12. und somit Weihnachten. Wir waren die ganze Zeit nicht wirklich in Weihnachtsstimmung gewesen, was sich auch heute bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein nicht einstellte, worüber wir aber auch nicht sehr traurig waren. Wir empfanden es eher als Genuss, sich mal nicht dem Weihnachtsstress aussetzen zu müssen, sondern einfach nur bei herrlichem Sommerwetter relaxen zu können. Nach einem gemütlichen Strandtag vor unserem Bungalow feierten wir dann aber doch noch ein wenig Heiligabend. Zunächst fuhren wir zum Aitutaki Lagoon Resort and Spa, um dort unser Hochzeitsessen zu buchen. Uns wurden auf einer kleinen einsamen Halbinsel die verschiedenen Möglichkeiten gezeigt, die von einem offenen Pavillion bis zum kleinen Bungalow (Gazebo genannt) reichten und direkt am Wasser standen. Wir entschieden uns für den Pavillion, wurden aber am Tag der Hochzeit wegen des schlechten Wetters doch in einem Gazebo untergebracht, was im Nachhinein viel besser war. Wir tranken an der Poolbar noch einen Cocktail, um auf Weihnachten anzustoßen und fuhren dann ein paar Meter weiter zum Restaurant des Hotels Aitutaki Village (ehemals Samade on the beach), wo wir ebenfalls direkt am Wasser saßen und ein tolles Abendessen hatten. Wir waren bestens gelaunt, kamen schnell mit den Tischnachbarn ins Gespräch und verbrachten einen sehr lustigen Abend dort. Die Angestellten waren auch alle gut gelaunt und trugen lustigen weihnachtlichen Kopfschmuck (Haarreif mit Elchohren - solche Sachen trugen übrigens auch die Beamten im Justice Department, sind eben alle ein bisschen entspannter als bei uns). Danach fuhren wir dann noch in den Game Fishing Club, die örtliche Disco/Bar auf der Insel, die direkt am Hafen in der Stadt liegt. Es war sehr schön dort, es wurde viel einheimische Musik gespielt und alle tanzten ganz ausgelassen waren. Vor allem von dem tollen Hüftschwung der Frauen jeglichen Alters konnte selbst ich die Augen nicht lassen, es sah einfach toll aus. Die Leute waren bunt gemischt und verschiedenen Alters, aber alle hatten den gleichen Spaß, einfach schön. Am nächsten Morgen wollten wir in die Kirche gehen, da es der erste Weihnachtsfeiertag war. Pünktlich zur Abfahrt begann es heftig zu regnen. Egal, wir setzten uns mit unseren Regenjacken auf die Vespa und fuhren ca. 20 Minuten zur Kirche in die Stadt. Wir waren trotzdem tropfnass, als wir ankamen, aber wenigstens war der Regen warm gewesen 🙂 ! Die Kirche füllte sich nur langsam, aber es waren auch einige Touristen und auch wieder unser bekanntes Pärchen dort. Die Messe begann damit, dass wir alle Jesus Christus erstmal ein kräftiges Happy Birthday sangen. Was für eine schöne Idee!! Die ganze Messe war toll und dauerte fast 3 Stunden. Nach einer längeren Predigt vornehmlich in Maori sangen nacheinander die fünf verschiedenen Dörfer der Insel, jeweils vertreten durch einen örtlichen Pastor und einen Teil der Gemeinde, die alle jeweils lauthals ihre Lieder sangen, mitwippten und teilweise sogar aufstanden und tanzten. Die Stimmung war einfach mitreißend! Nach der Messe gab es dann für uns Touristen draußen von einem einheimischen Ehepaar ein paar frische Mangos - einfach so, weil hier tatsächlich fast alle unglaublich gastfreundlich sind. Wir erlebten es selbst später am Strand, dass völlig Fremde, die mit ihren Familien am Strand saßen und Weihnachten feierten, auf uns zukamen und uns mit einem herzlichen "come and eat" zum Essen einluden. Auch unser Reisepärchen erzählte uns, dass sie am Tag zuvor zufällig auf eine Hochzeit eingeladen worden waren und einen tollen Abend dort verbracht hatten, obwohl sie niemanden kannten. Man wird hier aber sehr schnell in die Gemeinschaft aufgenommen und jeder unterhält sich mit dir ohne jegliche Bedenken oder Berührungsängste. Diese Offenheit, Gastfreundschaft und Großzügigkeit hat uns tief beeindruckt. Sowas haben wir bisher noch nie erlebt. Hoffentlich können wir etwas hiervon für uns mitnehmen. Nach der Kirche haben wir uns dann noch an der örtlichen Wasserzapfstelle, die aus einem riesigen runden Wassertank und einem Waschbecken mit zwei Wasserhähnen besteht, trinkbares, gefiltertes Wasser in unsere Flaschen abgefüllt und konnten so wenigstens den Kauf von Wasser sparen. Alles andere war schon teuer genug. Dafür konnten wir uns wenigstens Mangos von der Straße mitnehmen, da hier überall Mangobäume an den Straßen stehen und die Mangos einfach im Gras darunter liegen. Nachmittags packte ich dann endlich mal mein Hochzeitskleid aus meinem Vakuumreisebeutel aus, das durch das Vakuumieren auf eine Minimalgröße "geschrumpft" war, nun aber leider auch entsprechend verknittert war. Oh mein Gott, wie sollte ich das ohne jegliche Reinigung weit und breit auf der Insel in zwei Tagen wieder glatt bekommen? Ich hing es erstmal hinter einem Kleid versteckt auf den Bügel an die Vorhangstange und rollte dann den Vorhang um das Kleid herum, damit Michael es nicht sehen konnte. Die nächsten zwei Tage wurde es zwar dadurch schon recht früh hell im Zimmer, aber schließlich war das Brautkleid wichtiger und einen geschlossenen Kleiderschrank gab es nicht. Nach der nächsten Dusche hängte ich es in die Duschkabine, leider ohne Erfolg! Den Abend verbrachten wir gemütlich auf unserer Terrasse und erhielten unerwartet einen neuen Mitbewohner, nämlich eine kleine Katze, die die nächsten zwei Tage nicht von unserer Seite wich, bis sie am dritten Tag einfach weg war. Am nächsten Tag, dem 2. Weihnachtsfeiertag, der im Englischen "boxing day" genannt wird, lagen wir erst faul am Strand herum und fuhren gegen Nachmittag über die Insel. Den ersten Stopp machten wir im Hotel Pacific Resort and Spa, weil ich dort eine Pediküre buchen wollte. Das Resort war wunderschön und daher reservierten wir auch gleich einen Tisch für unseren letzten Abend am Sonntag. Wir durften auch den Strand nutzen und hüpften natürlich gleich ins Meer. Als wir weiterfahren wollten, merkten wir, dass wir den Schlüssel im Sitz der Vespa, der einen kleinen Stauraum enthält, hatten liegen lassen. Der Sitz war aber natürlich nur mit dem Schlüssel zu öffnen. Mist! Michael ging zur Rezeption und konnte glücklicherweise den Vermieter erreichen, der jemanden vorbei schicken wollte. Wir stellten uns am heutigen Feiertag schon darauf ein, dass wir sicherlich zwei oder drei Stunden warten mussten und waren daher mehr als überrascht, als nach einer Viertelstunde jemand mit unserem Schlüssel in der Hand vor uns stand. Er habe schon alles geregelt, sagte er. Juhuu, es konnte also direkt weiter gehen! Wie herrlich unkompliziert hier doch alle waren! Wir hatten davon gehört, dass hier an Weihnachten und an Silvester jeweils ein anderes Dorf eine Tanzaufführung macht und damit von Dorf zu Dorf über die ganze Insel zieht, natürlich begleitet von einer Band, Gesang und viel Essen. Mit diesen Aufführungen sammelt das Dorf in jedem anderen Dorf Geld, um dieses für Investitionen im eigenen Dorf zu nutzen. Da wir nicht wussten, wo die Gruppe gerade war, fuhren wir einfach los ... und siehe da, wir hatten Glück und erwischten die Gruppe im letzten Dorf und konnten alles mitverfolgen. Es war fantastisch. Klein, Groß, Jung und Alt, Männer und Frauen tanzten in der Gruppe und eine große Band begleitete sie mit einheimischen Liedern. Die Frauen, sogar schon die kleinen Mädchen, schwangen ihre Hüften und jeglichen Blumenschmuck, den sie an sich trugen. Alle sangen laut dazu mit. Es war so ergreifend, dass ich Gänsehaut bekam. Auch hier trafen wir wieder unser Reisepärchen, die bereits den ganzen Tag schon mit der Gruppe unterwegs waren. Die Veranstaltung endete damit, dass uns wieder fremde Leute mit in die Dorfhalle führten und uns aufforderten, uns von dem großen Buffet zu bedienen, was dort aufgebaut war. Nach anfänglichem Zögern bedienten wir uns und bekamen sofort sogar Getränke in die Hand gedrückt. Innerhalb von zehn Minuten war das ganze Buffet leer und die Essensorgie beendet. Zugegebenermaßen sieht man die Priorität auf das Essen auch dem ein oder anderen Einheimischen an. Danach fuhren wir weiter um die Insel und entdeckten schöne kleine Dörfer, verlassene Wege und einen tollen Aussichtspunkt auf dem Berg der Insel, von wo aus wir die riesige Lagune genießen konnten. Abends machte ich mich dann daran, mein Kleid zu bügeln bzw. mit dem kleinen Dampfbügeleisen zu dämpfen. Erst bügelte ich das Unterkleid, glücklicherweise mit einem Tuch darunter, da das Bügeleisen schwarz abfärbte. Oh mein Gott, noch einmal Glück gehabt. Dann hing ich das Kleid an die Badtür und dämpfte mit der kleinen Dampffunktion des Bügeleisens mein Kleid. Diese mühselige Arbeit kostete mich zwei Stunden und jede Menge Nerven. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Danach fuhren wir nochmal in den Game Fishing Club, da uns mittags bei der Aufführung jemand gesagt hatte, dass dort an diesem Abend Livemusik sein sollte, was wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war zwar nicht die tolle Musik, die wir erwartet hatten, aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Als Michael sich ein neues Bier kaufen wollte, stellte ihm plötzlich ein Mann, der neben uns saß, eine volle Flasche Bier hin und schenkte ihm sie - einfach so, er habe sie noch übrig. Wir waren mal wieder baff! Später trafen wir auch die Leute wieder, die uns nachmittags den Tipp gegeben hatten, und wurden auch gleich von ihnen aufgefordert, mit ihnen zu tanzen und uns an ihren Tisch zu setzen, wo wir uns sehr nett mit ihnen unterhielten, bis wir irgendwann kurz nach elf Uhr im leichten Nieselregen aufbrachen. Schließlich war am nächsten Tag unsere Hochzeit! Den Sonntag nach unserer traumhaften Hochzeit, über die wir bereits berichtet haben, verbrachten wir damit, im Regen auf unserer Terrasse zu sitzen, langsam unsere Rucksäcke zu packen und unsere Hochzeit Revue passieren zu lassen. Es war viel zu schnell vergangen und wir konnten es noch nicht wirklich begreifen, dass wir jetzt verheiratet waren und dass wir so eine traumhafte Hochzeit hatten. Nachmittags fuhren wir noch bei Tania vorbei, um die Hochzeit zu bezahlen. Das war dann definitiv der unromantische Teil, aber wir hatten noch eine lustige Unterhaltung mit Tania, die uns etwas mehr vom Inselleben und ihrer Familie erzählte und uns noch jede Menge Wasserflaschen mitgab, als wir nur kurz erwähnten, dass wir noch zum Wassertank fahren wollten. Wow! Abends fuhren wir ins Pacific Resort und gönnten uns eine Seafood Platte, die jedoch nicht gut schmeckte und wir schon beim Essen merkten, dass die Qualität nicht besonders gut war. Am nächsten Morgen war uns beiden richtig schlecht und wir mussten Tabletten gegen die Übelkeit nehmen. Es war schrecklich! Glücklicherweise hatte Annie, Tanias Mutter, versprochen, den Papierkram mit unserer Heiratsurkunde in Rarotonga zu übernehmen und uns am Flughafen die Urkunde zu geben. Das hätten wir niemals hinbekommen. Schlimmer war aber noch, dass wir in Rarotonga bis abends um 21.45 Uhr die Zeit totschlagen mussten, da erst um diese Uhrzeit unser Flieger nach Auckland startete. Miles brachte uns zuerst zum Scooterverleih, um den Scooter abzugeben, und dann zum Flughafen und verabschiedete uns dort. Der Flughafen ist so klein und jeder kennt hier jeden, so dass wir beim Einchecken noch nicht mal die Ausweise vorlegen mussten, sondern nach der Gepäckaufgabe sofort unsere Bordkarte erhielten. Wahrscheinlich wussten Sie, dass wir bei Miles waren, und da sie ihn kannten, kannten sie vielleicht auch uns ... oder so ähnlich?! Tania kam auch noch vorbei und brachte uns ein kleines Abschiedsgeschenk und nochmal den Text unserer Trauung. Ebenfalls am Flughafen trafen wir auch Potini wieder, der uns eine erste DVD übergab, auf der schon mal die ersten 50 Fotos gespeichert waren. Den Rest versprach er, uns per Post nach Hause zu senden. Der Flug zurück nach Raro war schrecklich. Eine Turbulenz nach der anderen rüttelte den kleinen Flieger und ich musste ein paar Mal in Richtung "weiße Tüte" greifen, aber glücklicherweise doch nicht benutzen. Als wir in Raro ankamen, waren wir mittlerweile so schläfrig von den Tabletten und es war uns immer noch so schlecht, dass wir Annie glatt übersahen. Aber sie sah uns und winkte uns zu. Sie erklärte uns aber, dass sie die Apostille doch nicht bekommen hätten, da das entsprechende Amt geschlossen war. Auf einmal kam dann aber Annies Mann und sagte, dass er jemanden getroffen habe, der ihm helfen könne und wir unsere Apostille doch noch bekämen. In der Zwischenzeit luden wir unser Gepäck bei Annies Mann ab und verbrachten danach den ganzen Tag in einem Backpacker Hostel, das gegenüber des Flughafens lag. Es war ein schrecklicher Tag, da wir uns am liebsten hingelegt hätten, es hierzu aber keine Möglichkeit gab. So schlugen wir von 11 Uhr bis 19 Uhr die Zeit tot, als uns Annie wieder abholte und ihr Mann uns die mit Apostille versehene Urkunde überreichte. Juhuu! Wir waren sehr glücklich darüber und konnten nun beruhigt einchecken und uns noch bis kurz vor 22 Uhr die Zeit am Flughafen vertreiben. Es war geschafft! Leider mussten wir uns nun also von der traumhaften Südsee verabschieden. Wir haben insgesamt vier Wochen in der Südsee verbracht, wovon Aitutaki der absolute Höhepunkt für uns war und wir sehr gerne nochmal dorthin fliegen würden! Überhaupt waren die Cookinseln für uns die schönsten Südseeinseln, nicht nur wegen der atemberaubenden Landschaft, sondern vor allem wegen der unglaublich gastfreundlichen, gut gelaunten und herzlichen Menschen hier. Die Polynesier waren schon sehr nett gewesen, aber die Einwohner der Cookinseln haben uns einfach sprachlos gemacht! Ein Spruch, den ich bei Tania an der Wand gesehen habe, geht mir hierbei einfach nicht mehr aus dem Kopf, der ziemlich genau das Lebensgefühl dort beschreibt: "Live every moment, laugh every day, love beyond words" (Lebe jeden Augenblick, lache jeden Tag und liebe über alle Maßen)! Wir lieben die Cookinseln!! Bilder folgen bald ...

Cookinseln – Rarotonga

von Dani Am 18.12.14 sind wir in Rarotonga angekommen. Wir waren sehr traurig, Bora Bora verlassen zu müssen, aber freuten uns auch auf das neue Ziel. Außerdem regnete es in Tahiti, als wir in den kleinen Flieger einstiegen, so dass es nur besser werden konnte. Nach zweieinhalb Stunden Flug kamen wir schließlich an. Bereits auf dem Landeanflug sahen wir, dass die Insel von langen Stränden und einem Riff umsäumt war, so dass wir hier wieder lange Strände genießen konnten. Wir wurden von einem netten Fahrer abgeholt, dessen Namen und auch sonst nichts von ihm verstanden, da wir uns nun wieder an Englisch und einen neuen Akzent gewöhnen mussten. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft bekamen wir einen ersten Eindruck von der Insel, die ganz anders war als Bora Bora, davon abgesehen, dass sie viel größer als Bora Bora war. Es gab eine richtige Stadt mit einigen Geschäften, die Grundstücke und Häuser waren sehr gepflegt, es gab an jeder Ecke eine Kirche einer anderen Glaubensgemeinschaft, der Verkehr fuhr links, die Vespa- und Motorradfahrer trugen keine Helme, es gab einen Inselbus, der in zwei Richtungen fuhr (im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn - stand auch so am Bus) und genau an dem Ort hielt, den man beim Einsteigen dem Fahrer nannte, es gab überall Bars, Cafés und Restaurants ...kurzum, Rarotonga ist viel weiter entwickelt als Bora Bora, dafür aber natürlich auch etwas hektischer als Bora Bora. Auf Bora Bora hatte man mehr "Inselgefühl", da alles einfach und ursprünglich war und es nicht sehr viel gab. Hier hatte man sehr viel mehr Möglichkeiten, was den Stresslevel wieder ein wenig anhob. Jedenfalls mussten wir uns erst wieder ein bisschen an den Verkehr und die vielen Geräusche - vor allem die wahnsinnig laute Brandung vor unserem Bungalow - gewöhnen. Unser Bungalow im Tropical Sands war sehr hübsch und auch hier wieder liebevoll von den Eigentümern Kanoé und Rudy dekoriert, die beide ca. Anfang sechzig und auch Künstler sind: Kanoé malt, macht Mosaike und gestaltet Maorisymbole aus Holz, die sie an und in den Bungalows anbringt. Rudy ist Musiker und spielt in einer Band. Kanoé ist in Hawai geboren und aufgewachsen und hat schon in der ganzen Welt gewohnt. Rudy ist von Rarotonga. Beide tragen, wie fast alle hier, Tattoos mit hübschen Maorisymbolen, die ihre Lebensgeschichte darstellen. Allerdings waren sie nicht so hilfsbereit wie Annette und Marc. Sie sagten uns kurz, wo auf der Insel was zu finden war, doch dann hieß es "selber machen"! Also machten wir uns bei herrlichem Sonnenschein, aber sehr starkem Wind, der uns die ganze Zeit auf Raro erhalten blieb, zu Fuß auf den Weg in den nächsten Ort, wo ein "nightmarket" stattfinden sollte, auf dem wir nationale Gerichte essen konnten. Nach einer dreiviertel Stunde kamen wir an und genossen frischen Fisch, eine Kokosnuss und ein kühles Bier und das dieses Mal für umgerechnet ca. 20 Euro. Wir konnten kaum glauben, wie billig es hier war. Auf dem Rückweg wollten wir dann den Bus "gegen den Uhrzeigersinn" zurück nach Hause nehmen, stellten aber fest, dass dieser nur bis halb fünf Uhr fuhr. Da wir nicht wieder laufen wollten, nahmen wir den Bus in Richtung Uhrzeigersinn, fuhren dafür aber einmal um die komplette Insel, was eine Stunde dauerte. Es war aber definitiv bequemer und wir konnten uns schon mal die gesamte Insel anschauen. Die Insel war sehr schön, dennoch änderten wir abends unsere Pläne und buchten unseren Flug nach Aitutaki von Dienstag auf Montag vor, da wir mehr Zeit dort verbringen wollten. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus und sämtlichen Papieren in die Stadt zum Justice Department, um dort unsere Heiratslizenz zu beantragen. Wir waren etwas nervös, ob alles funktionieren würde, aber da wir gut vorbereitet waren, klappte alles und es hieß, dass wir unsere Lizenz am Montag gegen 10 Uhr abholen könnten. Juhuu! Der erste Schritt war getan in Richtung Hochzeit. Danach spazierten wir durch die Stadt und verfielen direkt einem kleinen Shoppingrausch, da hier alles viel günstiger war. Ich erstand gleich zwei Kleider und jede Menge Souvenirs, die wir noch am gleichen Tag wieder per Post nach Hause verschickten. Dann mieteten wir uns wieder eine Vespa, was in fünf Minuten erledigt war: internationalen Führerschein vorgelegt, Kreditkarte gezückt, kurze Einweisung und schon besaßen wir eine Vespa - ohne Helme natürlich. Die nette Dame sagte nur, dass in der Stadt 30 km/h und außerorts nur 50 km/h gefahren werden dürften und man daher keinen Helm benötige ... ok, anscheinend waren die Straßen hier aus Gummi...na dann mal los! Auch hier war es übrigens normal, dass Kinder und Erwachsene hinten auf dem Truck saßen oder Kinder auf der Vespa nur mit einem Pareo an die Mutter gebunden waren und so fröhlich überall hin mitfuhren. Alles einfach etwas entspannter und anscheinend nicht unbedingt gefährlicher, da es hier wirklich niemanden raste, sondern alle ganz entspannt und recht rücksichtsvoll über die Insel fuhren. Überhaupt waren hier alle Menschen noch entspannter, fröhlicher und freundlicher als in Französisch-Polynesien, was uns auch später in Aitutaki sehr beeindruckte. Nachmittags fuhren wir mit der Vespa um die gesamte Insel und schauten uns die schönsten Strände an, an denen wir das Wochenende verbringen wollten. Wir entdeckten auch viele schöne Restaurants und Bars direkt am Strand. Es war einfach toll! Abends fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, aßen gebackenen Schwertfisch mit Pommes frites und Aioli in der berühmten (auf der Insel) Bar Trader Jack's und starteten in eine lustige Partynacht, die mit Cocktails und Livemusik begann und mit ausgelassenem Tanzen, einigen Trinks mehr und wieder Livemusik in einer anderen Bar/Disco später endete und wir gerade noch den letzten Bus um 02:15 uhr nach Hause erwischten. Am nächsten Tag kurierten wir nur Michaels Kater aus und gingen abends in ein urgemütliches Strandrestaurant essen. Sonntags ging ich um 10 Uhr in einen Gottesdienst einer christianischen Baptistengemeinde, da mir von einigen empfohlen worden war, mir die tollen Gesänge anzuhören. Es war beeindruckend und ganz anders als bei uns. Die Kirche war brechend voll, alle hatten sich herausgeputzt, insbesondere die Frauen trugen fast alle Hüte mit wunderschönen Blumenkränzen verziert. Die Begrüßung des Pastors begann mit der Frage "Geht es euch gut?", was einhellig und mit voller Lautstärke mit "all the time" und einem Lächeln auf den Gesichtern beantwortet wurde. Wow! Die Kirche war die ganze Messe über offen, ständig gingen Erwachsene und Kinder hinein und hinaus und verbrachten einfach eine gemütliche Stunde in der Kirche. Die Kinder trafen Freunde und lachten - und niemanden störte dies glücklicherweise! Und die Lieder, die gesungen wurden, waren einfach nur wunderschön! Die ganze Kirche sang alle Lieder mit viel Spaß und in einer Lautstärke, wie ich es bei uns noch nie gehört habe. Ein paar englische Lieder konnte ich dank eines Beamers, der die Texte an die Wand projezierte, sogar mitsingen. Alle anderen Lieder und der Gottesdienst wurden überwiegend in Cook Island-Maori gesungen bzw. gehalten. Beim Verlassen der Kirche wollte jeder dem Pastor noch einmal die Hand schütteln oder sich mit ihm unterhalten. Es war einfach eine herzliche entspannte Atmosphäre, die ansteckend war. Gut gelaunt kehrte ich zum Bungalow zurück und wir verbrachten anschließend einen herrlichen Tag am Strand an der Westküste. Montags morgens fuhren wir in die Stadt, um pünktlich auf dem Amt zu sein. Wir mussten aber leider noch warten, da die Lizenz noch nicht fertig war. Es musste noch eine Unklarheit bezüglich einer Schreibweise beseitigt werden, so dass wir die Lizenz schließlich um halb zwölf Uhr erhielten, unsere Vespa abgaben und mit dem Bus nach Hause fuhren, um unsere Rucksäcke zu packen, da wir mit dem Flieger um 15.30 Uhr nach Aitutaki fliegen wollten, was uns trotzdem halbstündiger Verspätung des Taxis auch gelang. Und weiter ging es zur nächsten Station - juhuu!! Bilder folgen bald ...