Brisbane – mal zur Ruhe kommen

von Dani 3. Februar 2015: Als wir früh morgens nach 1 Stunde 50 Minuten Flugzeit in Brisbane ankamen, strahlte uns wieder die Sonne an, herrlich! Wir informierten uns kurz, wie wir am günstigsten in die Stadt kämen und nahmen dann den Airtrain, einen Zug, mit dem man für ca. 17 AUD direkt vom Terminal in die City fahren kann. An der Haltestelle Roma Street stiegen wir aus und liefen die letzten 500 Meter, schwer beladen mit unseren zahlreichen Rucksäcken und Taschen, bis zu unserem Appartementhotel Meriton Service Appartement in der Herschel Street. Da wir so früh ankamen, war unser Appartement natürlich noch nicht fertig, weshalb wir nur unser Gepäck abgaben und in die Stadt marschierten. Ursprünglich hatten wir überlegt, ob wir uns in Brisbane auch eine Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen sollten (hier "go card" genannt), ähnlich wie in Sydney die Opal Card. Als wir dann auf dem Weg in das recht überschaubare Stadtzentrum merkten, dass man hier alles fußläufig sehen und erledigen kann, verwarfen wir die Idee. Zudem gibt es in Brisbane ein kostenloses Wassertaxi namens CityHopper, das von Sydney Street bis North Quay an verschiedenen Haltestellen und Uferseiten hält. Dieses eignet sich auch bestens für eine kleine Sightseeingtour auf dem Wasser. Als wir im Stadtzentrum ankamen, schauten wir uns in Ruhe die Haupteinkaufsstraße Queen Street an und entdeckten zwischen vielen modernen Geschäften und Wolkenkratzern auch einige hübsche alte Büro- und Geschäftsgebäude mit aufwändig verzierten Fassaden. Michael setzte sich irgendwann in ein Café, während ich die Geschäfte durchstöberte - und natürlich in einem Art australischen H&M ein wenig fündig wurde. Glücklicherweise war hier überall schon Sale... :-). Nach einem gemütlichen Mittagessen in einem Restaurant in der Fußgängerzone schlenderten wir am frühen Nachmittag  zurück in unser Hotel. Auf unserem Weg lag ein großes Gerichtsgebäude, das sehr modern war und beeindruckend aussah. Da machte es sicherlich mehr Spaß, zu arbeiten, als in unseren teilweise sehr miefigen Gerichten in Deutschland. Als wir im Hotel ankamen, war unser Appartement einzugsbereit. Wir fuhren in den 20. Stock und staunten nicht schlecht, als wir unser Appartement betraten. Wir hatten zu einem Spottpreis im Internet für drei Tage ein wunderschönes, großes und modernes 2-Zimmer-Appartement, das in allen Zimmern riesige Glasfronten besaß, die einen atemberaubenden Blick auf die Wolkenkratzer boten - besonders nachts, wenn alle Lichter brannten, war der Blick überwältigend. Wir waren restlos begeistert und freuten uns tierisch über diese traumhafte Bleibe für die nächsten Tage!! Wir waren ziemlich fertig und relaxten an diesem Nachmittag einfach in unserem Appartement, wir schrieben ein wenig in unser Reisetagebuch und sicherten Fotos. Abends sind wir dann nur noch schnell um die Ecke in einen "bottle shop" gelaufen, um Bier für unser Abendessen zu kaufen. Alkohol kann man hier nicht im Supermarkt kaufen, sondern nur in streng davon getrennten Geschäften, sog. bottle shops, die ausschließlich Alkohol anbieten. In dem Geschäft herrschte eine Temperatur von gefühlten 0 Grad und das Mädchen hinter der Kasse war in einen dicken Anorak eingepackt. Hier könnte ich NIEMALS arbeiten. In Windeseile kauften wir unser Bier, marschierten zurück in unser Appartement und bestellten uns beim Inder zwei leckere Gerichte. Es war ein herrlich entspannter Abend, den wir gemütlich vor dem Fernseher verbrachten! Es war schön, auch mal einen Abend nichts zu tun und einen "normalen" Abend - fast wie zuhause - in Brisbane zu verbringen. Es fühlte sich fast so an, als würden wir hier leben! Toll!! 4. Februar 2015: Am nächsten Morgen frühstückten wir in einem kleinen Café direkt neben dem Hotel. Ich bestellte ein Muffin mit Himbeeren, einen grünen Tee und einen griechischen Joghurt mit Passionsfrucht. Michael bestellte ein warmes Croissant mit Schinken und Ei, auch einen griechischen Joghurt und einen doppelten Espresso. Eigentlich nicht viel, aber wir zahlten ca. 25 AUD. Brisbane war noch mal ein wenig teurer als Sydney - so kam es uns jedenfalls vor. Nach dem Frühstück zogen wir uns nochmal kurz um, da es doch nicht so warm war, wie es ausgesehen hatte und liefen dann in die Stadt. Heute war das Projekt "Brille für Dani" angesagt. Ich hielt es einfach nicht mehr aus, 12 Stunden täglich die Kontaktlinsen zu tragen, die ich spätestens abends ausziehen musste und dann nicht mehr viel sah. Da "wir" leider meine schöne Brille in Neuseeland auf einer Parkbank vergessen hatten, musste ich nun eine Neue finden. Problematisch war nur, dass wir nur noch zwei Tage in Brisbane waren. Wir steuerten zielstrebig den ersten Optiker an, den wir im Internet gefunden hatten. Aber leider dauerte es bei ihm ca. zwei Wochen, bis die Brille fertig sei. Also auf zum nächsten Optiker - aber auch hier hatten wir kein Glück, hier würde es eine Woche dauern. Allerdings erhielten wir den Tipp, zu einem weiteren Optiker zu gehen, der auch in der Nähe war und der bekannt für die schnelle Fertigung sei. Zehn Minuten später standen wir in dem kleinen Shop von LensPro in der Queen Street Mall (www.lenspro.com.au) , einer großen Einkaufsmall. Tatsächlich konnte ich hier eine Brille binnen einer halben Stunde bekommen - WAHNSINN!!! Ich musste allerdings noch einen Sehtest machen und ein hübsches, nicht allzu teures Gestell aussuchen - was ohne Brille nicht so einfach ist ;-)! Als ich beides erledigt hatte, fertigte der Optiker vor unseren Augen in einem kleinen Labor die Gläser, in der richtigen Stärke, entspiegelt und mit allem, was dazu gehört. Und dann gab es sogar noch ein Angebot, mit dem ich ein zweites Gestell kostenlos bekommen konnte und nur die Gläser zahlen musste. Wow! Da "wir" jederzeit wieder meine neue Brille verlieren konnten, nahm ich das Angebot an und erhielt meine zweite Brille. Endlich konnte ich wieder richtig sehen! Juhuuu! Bebrillt und glücklich schlenderten wir zu einem Markt vor dem City Council und gegenüber der Queen Street. Wir betrachteten neugierig die Stände, die andere Sachen anboten, als auf unseren Märkten zuhause, vor allem natürlich anderes Gemüse und Obst. Hier wurden  auch sehr gesunde Lebensmittel, Salate und Gerichte angeboten. Wir tranken einen Saft aus Zuckerrohr, der etwas eigenartig schmeckte und entschieden uns für einen gemischten Salat mit Bulgur, Couscous, Hummus und Gemüse, der sehr lecker war. Danach gingen wir zur Anlegestelle des kostenlosen CityHoppers, die wir einen Tag vorher entdeckt hatten. Wir hatten Glück und nach kurzer Wartezeit kam ein CityHopper Boot angefahren und nahm uns mit. Wir fuhren die gesamte Strecke bis zum North Quay mit und schauten uns jede Anlegestelle an, um zu entscheiden, was wir uns heute oder morgen anschauen wollten. Insgesamt dauerte die Fahrt ca. eine Stunde und wir sahen vom Wasser aus wunderschöne Ecken von Brisbane. Michael sah nicht so viel, da er nach den ersten zehn Minuten eingeschlafen war, fand die Fotos nachher aber toll ;-). Schließlich stiegen wir an der Anlegestelle South Bank 3 aus und erkundeten die South Bank Parklands, eine riesige öffentliche Parkanlage mit Restaurants, einem Strand und künstlich angelegten Badesee, verschiedenen Gärten und kleineren Shops, die auf dem ehemaligen Expo Gelände auf Wunsch der Bevölkerung angelegt worden war. Wir spazierten durch diese wunderschöne grüne Oase in Brisbane, setzten uns in die Stoke Bar (www.stokehousebrisbane.com.au) und genossen die Sonne. Es war sehr entspannend! Gegen Abend spazierten wir zum Hotel zurück und nahmen uns bei einem Japaner unser Abendessen mit, das wir wieder gemütlich vor dem Fernseher aßen. 5. Februar 2015: Auch den nächsten Tag hatten wir keine Lust auf Action, sondern wollten lieber wieder in den South Bank Parklands entspannen. Wir wollten dieses Mal in einem etwas günstigeren Café frühstücken, suchten uns aber die Hacken ab und endeten letztlich, gereizt und ausgehungert, in einem noch teureren Café :-(. Nach dem Frühstück packten wir unsere Badesachen und spazierten zu dem dortigen Stadtstrand, wo wir den Nachmittag in der Sonne lagen und schwammen. Erst als es gegen Abend kühler wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Heute, an unserem letzten Abend in Brisbane, wollten wir dann doch mal wieder essen gehen. Wir fuhren mit dem CityHopper zur Haltestelle Eagle Street Pier, wo wir ausstiegen und uns die Promenade mit stylischen Restaurants und Bars anschauten, bevor wir uns für das Steakhouse Pony Dining (www.ponydining.com.au/pony_brisbane) entschieden. Leider war es etwas kühl geworden und wir falsch angezogen, so dass wir zähneklappernd auf einer wunderschönen Terrasse mit Blick auf den Brisbane River unser hervorragendes Steak herunterschlangen, um schnell zu bezahlen und wieder ins Hotel zurück zu fahren. Klar hätten wir uns auch in das Restaurant hinein setzen können, wären dort aber sicherlich binnen zehn Minuten an Unterkühlung gestorben, da die Klimaanlage auf Gefrierschranktemperatur eingestellt war. So hatten wir allerdings genügend Zeit, unsere Sachen zu packen, uns noch ein wenig die Nasen an den großen Fenstern unseres Appartements platt zu drücken und das Lichtermeer zu genießen. 6. Februar 2015: Heute war leider schon unser Abreisetag. Aber das nächste Abenteuer wartete - wir wollten heute unseren Camper abholen. Michael besorgte wieder in dem Café neben dem Hotel Frühstück. Danach checkten wir aus und machten uns, wieder wie zwei Packesel beladen, auf den Weg zum Bahnhof, wo wir den Zug zur Northgate Station nahmen. Einerseits waren wir traurig, unser schönes Appartement verlassen zu müssen, andererseits freuten wir uns auf die Tour mit dem Camper. Wir fragten uns auf der Zugfahrt, wie unser Camper wohl aussehen würde? Hoffentlich nicht zu schrabbelig! Die Spannung stieg ...!

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