Archiv für den Tag: Samstag, 20UTCSat, 20 Aug 2016 16:50:42 +0000 20. August 2016

Los geht’s

Michaels Mutter fuhr uns zum Flughafen in Frankfurt, wo wir um 10.15 Uhr in Richtung Montréal abflogen. Den Urlaubsbeginn begossen wir, wie üblich, mit einem ersten Bier am Flughafen! Tradition bleibt Tradition! Der Flug war sehr ruhig und da ich nachts nur 2,5 Stunden geschlafen hatte, schlief ich im Flieger. Wir kamen um 12.10 Uhr in Montréal an - und hatten mieses Wetter und Regen. Das durfte ja wohl nicht wahr sein. Zuhause war plötzlich der Sommer ausgebrochen mit 30 Grad und Sonne pur und wir landeten im URLAUB in einem verregneten Kanada!!! Ich war bedient, da jeder, der mich kennt, weiß, wie wichtig Sonne für mich ist und erst recht im Urlaub. Na toll, das fing ja gut an! Wir trotteten los, passierten recht schnell den Zoll und warteten dann ziemlich lange auf unser Gepäck. Die gute Laune war dann schon wieder getrübt, als wir feststellten, dass mindestens eine der beiden Flaschen Wein in Michaels Rucksack, die wir unseren Freunden in Ottawa mitbringen wollten, den Flug nicht überlebt hatte und nun Michaels Sachen "parfümierte". Trotz penetrantem Weingeruch gaben wir an der Zollkontrolle brav den Zettel ab, auf dem wir versichert hatten, keinen Alkohol einzuführen - und dann waren wir offiziell in Kanada! An der Mietwagenstation am Flughafen trotteten wir dem Guide an tollen riesigen, mit Chrom verzierten Pickups und Geländewagen vorbei, bis wir vor unserem Mietwagen standen - einem roten Nissan Note! Aaaahhh....aber na gut, wir hatten eben die Low Budget Tour gebucht und versuchten uns, mit unserem Zwergengefährt anzufreunden. Nachdem wir Klimaanlage und sogar Rückfahrkamera entdeckten, waren wir zumindest ein gaaaanz kleines bisschen zufrieden. Dafür würden wir in Kanada jedenfalls keinen großen ökologischen Fußabdruck hinterlassen und das war schließlich viel wichtiger (...redeten wir uns ein)! Als wir in Montréal ankamen, luden wir erstmal unsere Rucksäcke in unserem Appartement ab. Wir hatten ein kleines Appartement mit Kochzeile, auch wenn wir nicht vorhatten, zu kochen. Wir waren beide völlig fertig und konnten uns eigentlich kaum auf den Beinen halten, jedenfalls ging es mir so. Also half nur eines: ab in die Stadt und bewegen! Schließlich mussten wir noch bis abends durchhalten, bevor wir ins Bett gehen konnten, auch wenn es nach unserer inneren Uhr dann schon nachts war. Da wir hungrig waren, suchten wir einen Food Court und fanden eine kleine Shopping Mall mit Food Court in der Nähe unseres Appartements. Dort präsentierte mir Michael dann das erste kulinarische Highlight in Kanada: Poutine. Poutine besteht aus Pommes Frites, Käsestückchen, Wurststückchen und darüber Bratensoße. Es hört sich merkwürdig an, sieht merkwürdig aus, aber schmeckt uns als Fastfoodfans richtig gut. Danach fuhren wir mit der Metro in die Innenstadt und schauten uns die Crescent Street an, wo sich viele Pubs und Bars befinden. Unser kanadisches Biertasting startete dort mit leckerem Lager für mich und IPA für Michael. Nachdem wir uns dann wirklich nicht mehr wach halten konnten, fuhren wir mit der Metro zurück, kauften noch Wasser und etwas für unser Frühstück und fielen schließlich um 21 Uhr komatös ins Bett.

Vorbereitung

Welche Vorbereitung....? Dieses Mal gab es keine Vorbereitung. Wir bekamen zwei Wochen vorher unsere Reiseunterlagen und lasen unseren Tourverlauf durch. Ein paar Tipps setzten wir gleich in die Tat um, indem wir noch sonntags zwei Walbeobachtungstouren und ein Dinner auf einem Weingut buchten. Wir schauten noch nicht mal in die zwei Reiseführer, die wir für die Ostküste und die Westküste gekauft hatten bzw. den für die Ostküste vom Veranstalter geschenkt bekommen hatten, übrigens der neueste Iwanowski - Reisefans ist das ein Begriff! Die einzigen Vorbereitungen, die wir trafen, bestanden darin, unsere Arbeiten bzw. Akten fertig zu bearbeiten, bevor es losgehen sollte, damit die Kollegen nicht zu viel übernehmen mussten, und den Mandanten Bescheid geben. Zwei Tage vorher wurden dann die Rucksäcke und Compression Bags aus dem Keller geholt und wie üblich das dm leer gekauft. Freitags morgens packte Michael dann seinen Rucksack. Und ich? Ich packte gar nichts. Ich arbeitete bis Freitag Abend um 18 Uhr, fuhr dann nach Hause, packte nur meinen Kosmetikkram in den Rucksack, aß mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Schwiegermutter, feierte Abschied und setzte mich dann nochmal von 22 Uhr bis 2 Uhr nachts an meinen Laptop, um noch ein Gutachten und die letzten E-Mails fertigzustellen. Was für ein Glück, dass ich den besten Ehemann der Welt geheiratet habe und er für mich meinen Rucksack gepackt hatte. Er hatte mich nachmittags im Büro angerufen, um zu fragen, was ich gerne mitnehmen wolle und dann packte er, was er für richtig hielt. Ich ließ ihm völlig freie Hand und war einfach nur froh, dass er das für mich übernommen hatte. Ich war allerdings schon etwas gespannt, was ich wohl in Kanada anziehen würde ;-)!