Cookinseln – Rarotonga

von Dani Am 18.12.14 sind wir in Rarotonga angekommen. Wir waren sehr traurig, Bora Bora verlassen zu müssen, aber freuten uns auch auf das neue Ziel. Außerdem regnete es in Tahiti, als wir in den kleinen Flieger einstiegen, so dass es nur besser werden konnte. Nach zweieinhalb Stunden Flug kamen wir schließlich an. Bereits auf dem Landeanflug sahen wir, dass die Insel von langen Stränden und einem Riff umsäumt war, so dass wir hier wieder lange Strände genießen konnten. Wir wurden von einem netten Fahrer abgeholt, dessen Namen und auch sonst nichts von ihm verstanden, da wir uns nun wieder an Englisch und einen neuen Akzent gewöhnen mussten. Auf dem Weg zu unserer Unterkunft bekamen wir einen ersten Eindruck von der Insel, die ganz anders war als Bora Bora, davon abgesehen, dass sie viel größer als Bora Bora war. Es gab eine richtige Stadt mit einigen Geschäften, die Grundstücke und Häuser waren sehr gepflegt, es gab an jeder Ecke eine Kirche einer anderen Glaubensgemeinschaft, der Verkehr fuhr links, die Vespa- und Motorradfahrer trugen keine Helme, es gab einen Inselbus, der in zwei Richtungen fuhr (im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn - stand auch so am Bus) und genau an dem Ort hielt, den man beim Einsteigen dem Fahrer nannte, es gab überall Bars, Cafés und Restaurants ...kurzum, Rarotonga ist viel weiter entwickelt als Bora Bora, dafür aber natürlich auch etwas hektischer als Bora Bora. Auf Bora Bora hatte man mehr "Inselgefühl", da alles einfach und ursprünglich war und es nicht sehr viel gab. Hier hatte man sehr viel mehr Möglichkeiten, was den Stresslevel wieder ein wenig anhob. Jedenfalls mussten wir uns erst wieder ein bisschen an den Verkehr und die vielen Geräusche - vor allem die wahnsinnig laute Brandung vor unserem Bungalow - gewöhnen. Unser Bungalow im Tropical Sands war sehr hübsch und auch hier wieder liebevoll von den Eigentümern Kanoé und Rudy dekoriert, die beide ca. Anfang sechzig und auch Künstler sind: Kanoé malt, macht Mosaike und gestaltet Maorisymbole aus Holz, die sie an und in den Bungalows anbringt. Rudy ist Musiker und spielt in einer Band. Kanoé ist in Hawai geboren und aufgewachsen und hat schon in der ganzen Welt gewohnt. Rudy ist von Rarotonga. Beide tragen, wie fast alle hier, Tattoos mit hübschen Maorisymbolen, die ihre Lebensgeschichte darstellen. Allerdings waren sie nicht so hilfsbereit wie Annette und Marc. Sie sagten uns kurz, wo auf der Insel was zu finden war, doch dann hieß es "selber machen"! Also machten wir uns bei herrlichem Sonnenschein, aber sehr starkem Wind, der uns die ganze Zeit auf Raro erhalten blieb, zu Fuß auf den Weg in den nächsten Ort, wo ein "nightmarket" stattfinden sollte, auf dem wir nationale Gerichte essen konnten. Nach einer dreiviertel Stunde kamen wir an und genossen frischen Fisch, eine Kokosnuss und ein kühles Bier und das dieses Mal für umgerechnet ca. 20 Euro. Wir konnten kaum glauben, wie billig es hier war. Auf dem Rückweg wollten wir dann den Bus "gegen den Uhrzeigersinn" zurück nach Hause nehmen, stellten aber fest, dass dieser nur bis halb fünf Uhr fuhr. Da wir nicht wieder laufen wollten, nahmen wir den Bus in Richtung Uhrzeigersinn, fuhren dafür aber einmal um die komplette Insel, was eine Stunde dauerte. Es war aber definitiv bequemer und wir konnten uns schon mal die gesamte Insel anschauen. Die Insel war sehr schön, dennoch änderten wir abends unsere Pläne und buchten unseren Flug nach Aitutaki von Dienstag auf Montag vor, da wir mehr Zeit dort verbringen wollten. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus und sämtlichen Papieren in die Stadt zum Justice Department, um dort unsere Heiratslizenz zu beantragen. Wir waren etwas nervös, ob alles funktionieren würde, aber da wir gut vorbereitet waren, klappte alles und es hieß, dass wir unsere Lizenz am Montag gegen 10 Uhr abholen könnten. Juhuu! Der erste Schritt war getan in Richtung Hochzeit. Danach spazierten wir durch die Stadt und verfielen direkt einem kleinen Shoppingrausch, da hier alles viel günstiger war. Ich erstand gleich zwei Kleider und jede Menge Souvenirs, die wir noch am gleichen Tag wieder per Post nach Hause verschickten. Dann mieteten wir uns wieder eine Vespa, was in fünf Minuten erledigt war: internationalen Führerschein vorgelegt, Kreditkarte gezückt, kurze Einweisung und schon besaßen wir eine Vespa - ohne Helme natürlich. Die nette Dame sagte nur, dass in der Stadt 30 km/h und außerorts nur 50 km/h gefahren werden dürften und man daher keinen Helm benötige ... ok, anscheinend waren die Straßen hier aus Gummi...na dann mal los! Auch hier war es übrigens normal, dass Kinder und Erwachsene hinten auf dem Truck saßen oder Kinder auf der Vespa nur mit einem Pareo an die Mutter gebunden waren und so fröhlich überall hin mitfuhren. Alles einfach etwas entspannter und anscheinend nicht unbedingt gefährlicher, da es hier wirklich niemanden raste, sondern alle ganz entspannt und recht rücksichtsvoll über die Insel fuhren. Überhaupt waren hier alle Menschen noch entspannter, fröhlicher und freundlicher als in Französisch-Polynesien, was uns auch später in Aitutaki sehr beeindruckte. Nachmittags fuhren wir mit der Vespa um die gesamte Insel und schauten uns die schönsten Strände an, an denen wir das Wochenende verbringen wollten. Wir entdeckten auch viele schöne Restaurants und Bars direkt am Strand. Es war einfach toll! Abends fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, aßen gebackenen Schwertfisch mit Pommes frites und Aioli in der berühmten (auf der Insel) Bar Trader Jack's und starteten in eine lustige Partynacht, die mit Cocktails und Livemusik begann und mit ausgelassenem Tanzen, einigen Trinks mehr und wieder Livemusik in einer anderen Bar/Disco später endete und wir gerade noch den letzten Bus um 02:15 uhr nach Hause erwischten. Am nächsten Tag kurierten wir nur Michaels Kater aus und gingen abends in ein urgemütliches Strandrestaurant essen. Sonntags ging ich um 10 Uhr in einen Gottesdienst einer christianischen Baptistengemeinde, da mir von einigen empfohlen worden war, mir die tollen Gesänge anzuhören. Es war beeindruckend und ganz anders als bei uns. Die Kirche war brechend voll, alle hatten sich herausgeputzt, insbesondere die Frauen trugen fast alle Hüte mit wunderschönen Blumenkränzen verziert. Die Begrüßung des Pastors begann mit der Frage "Geht es euch gut?", was einhellig und mit voller Lautstärke mit "all the time" und einem Lächeln auf den Gesichtern beantwortet wurde. Wow! Die Kirche war die ganze Messe über offen, ständig gingen Erwachsene und Kinder hinein und hinaus und verbrachten einfach eine gemütliche Stunde in der Kirche. Die Kinder trafen Freunde und lachten - und niemanden störte dies glücklicherweise! Und die Lieder, die gesungen wurden, waren einfach nur wunderschön! Die ganze Kirche sang alle Lieder mit viel Spaß und in einer Lautstärke, wie ich es bei uns noch nie gehört habe. Ein paar englische Lieder konnte ich dank eines Beamers, der die Texte an die Wand projezierte, sogar mitsingen. Alle anderen Lieder und der Gottesdienst wurden überwiegend in Cook Island-Maori gesungen bzw. gehalten. Beim Verlassen der Kirche wollte jeder dem Pastor noch einmal die Hand schütteln oder sich mit ihm unterhalten. Es war einfach eine herzliche entspannte Atmosphäre, die ansteckend war. Gut gelaunt kehrte ich zum Bungalow zurück und wir verbrachten anschließend einen herrlichen Tag am Strand an der Westküste. Montags morgens fuhren wir in die Stadt, um pünktlich auf dem Amt zu sein. Wir mussten aber leider noch warten, da die Lizenz noch nicht fertig war. Es musste noch eine Unklarheit bezüglich einer Schreibweise beseitigt werden, so dass wir die Lizenz schließlich um halb zwölf Uhr erhielten, unsere Vespa abgaben und mit dem Bus nach Hause fuhren, um unsere Rucksäcke zu packen, da wir mit dem Flieger um 15.30 Uhr nach Aitutaki fliegen wollten, was uns trotzdem halbstündiger Verspätung des Taxis auch gelang. Und weiter ging es zur nächsten Station - juhuu!! Bilder folgen bald ...

2 Gedanken zu „Cookinseln – Rarotonga

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