Cookinseln – Aitutaki

von Dani Aitutaki begann mit einem sehr holprigen Flug in einem dieser kleinen Propellerfliegern. Ich mag das Fliegen zwar immer noch nicht, aber ich bin nicht mehr so nervös, wie noch vor einigen Monaten. Als wir uns dann im Landeanflug befanden, bot sich uns ein wunderschönes Bild einer traumhaften Lagune mit türkisfarbenem Wasser und vielen kleinen Inseln! Wow! Am winzig kleinen Flughafen wurden wir von Miles, unserem Vermieter, abgeholt und traditionell mit wunderschönen Blumenkränzen begrüßt. Diese werden aus den Blumen Frangipani (Tipani) angefertigt, die es in den Farben Weiß, Gelb, Pink und Gelb/Pink gemischt gibt, die wundervoll duften und sehr lange frisch bleiben. Miles fuhr uns erstmal zu einem Scooterverleih, wo wir sofort wieder einen Scooter mieteten und ich den beiden im Auto hinterher fuhr - auch hier natürlich wieder ohne Helm. Als wir dann in unserem Bungalow ankamen, haute uns der Anblick und vor allem der Ausblick von unserer Terrasse um: Unser Bungalow stand am Ende einer Reihe von insgesamt nur drei Bungalows und direkt am Strand, so dass alles sehr ruhig, entspannend und privat war. Zum Wasser waren es 20 Meter. Der Bungalow war wunderschön eingerichtet und wir blickten sowohl vom Bett aus, als auch von der Terrasse auf den weißen Strand, der von Palmen umsäumt war, und auf eine glasklare türkisfarbene Lagune. Vor unserem Bungalow standen am Strand zwei Liegen für uns bereit, die zum Relaxen einluden. DAS war nun das Paradies!!! Hier war einfach alles perfekt: der Bungalow, die Ruhe, der Strand, das Meer, das Wetter - alles!! Wir waren sehr glücklich! Nach einer kurzen Einweisung von Miles in alle Einrichtungen - wir hatten hier endlich eine Waschmaschine, was für uns wie ein Geschenk war, nachdem wir nun wochenlang meistens mit der Hand unsere Wäsche gewaschen hatten -, fuhren wir zum Christmas Market in die Stadt (von der Größe eher mit einem Dorf vergleichbar), beobachteten das Treiben dort, aßen gemütlich auf dem Rasen ein leckeres Gericht mit Scampi in Kokosnussmilch. Wir hielten zwar nach unserer Weddingplannerin Tania Ausschau, da sie hier Santa Claus' helper war, aber da wir sie nicht kannten, fanden wir sie natürlich nicht. Später stellte sich heraus, dass sie direkt hinter uns gestanden hatte, da ich sie durch Zufall fotografierte, als ich einfach ein paar Bilder von der Menge schoss. Wir trafen dafür aber wieder ein Paar, das wir bereits am Flughafen in Tahiti auf unserem Flug nach Rarotonga getroffen hatten und denen wir dort ein paar Münzen geschenkt hatten (sorry, wenn Ihr das jetzt lest, dann seid bitte nicht böse, aber wir haben Eure Namen wieder vergessen...zu viele Leute in zu kurzer Zeit, sorry). Sie berichteten von ihren ersten Erlebnissen auf der Insel und so unterhielten wir uns eine Zeit lang, bevor wir noch in den kleinen Supermarkt fuhren, um die wichtigsten Lebensmittel einzukaufen bzw. das zu kaufen, was es überhaupt gab. Auf Aitutaki gibt es keinen richtigen Supermarkt, sondern vielmehr einige kleine Shops, die Lebensmittel und Haushaltssachen verkaufen. Jeder Laden bietet jedoch andere Sachen an, so dass man zu mehreren Läden fahren muss, um letztendlich alles zu bekommen, was man einkaufen wollte. Alles ist hier sehr teuer, da alles importiert werden muss. Daher zahlt man hier schon mal z. B. für eine Wassermelone 15 NZD (ca. 10 Euro). Am Dienstag morgen frühstückten wir erstmal bei herrlichem Sonnenschein auf unserer Terrasse mit Blick auf das Meer. Wir hatten mit Tania per Email Kontakt aufgenommen und vereinbart, dass wir heute die Bootstour durch die Lagune, die 70 qkm groß ist, machen wollten, da wir ansonsten wegen der Weihnachtsfeiertage keine Gelegenheit mehr dazu haben würden. Gegen 9 Uhr stand Tania dann plötzlich vor uns und begrüßte uns herzlich mit einer Umarmung und Küsschen, als ob wir alte Freunde wären. Sie sagte uns, dass wir gegen 10.30 Uhr abgeholt würden und vereinbarte mit uns ein Treffen für 18 Uhr, um die Hochzeitsvorbereitungen zu besprechen. Tania ist noch sehr jung, ca. 21 Jahre alt, und eine sehr lustige, hilfsbereite und sehr herzliche Person. Wir mochten sie sofort. Die Lagunentour war wahnsinnig schön. Wir wurden von der Eigentümerin des ehemaligen Samade on the beach abgeholt und zum Strand gefahren, wo wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen. Wir standen vor einer atemberaubend schönen, riesigen Lagune, die glasklares türkisschimmerndes Wasser bot und zum Schwimmen einlud. Mit einem großen Boot und einigen anderen Touristen fuhren wir dann ca. eine Stunde bis zur ersten kleinen Insel, auf der wir für eine kurze Zeit abgesetzt wurden, um Fotos zu machen. Die Inseln sind vorwiegend in Privateigentum, sind aber für Touristen - nur per Boot - zugänglich. Auf dieser Insel befanden sich ein paar kleine Bungalows, die an Touristen vermietet wurden, darunter auch ein Bungalow der Königin der Cookinseln, den sie ebenfalls zur Vermietung anbot. Man hat daher die Möglichkeit, hier eine Nacht auf einer einsamen Insel zu verbringen, toll! Wir machten unzählige Fotos von dem glasklaren Wasser, dem weißen Strand und den Palmen und kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Es war einfach zu schön!! Genauso hatten wir uns die Südsee immer vorgestellt und wir waren einfach nur glücklich, nach Bora Bora nun das zweite Mal richtiges Südseefeeling zu erleben! Es war herrlich!! Danach fuhren wir zu einem Spot in der Lagune, wo wir ca. eine Stunde mit teilweise sehr großen Fischen schwammen und schnorchelten. Allerdings war das Schnorcheln auf der Lagunentour in Bora Bora um Welten besser, da wir dort viel mehr Fische gesehen hatten. Was allerdings nicht zu toppen war, dass wir kurz danach auf einer Sandbank namens "Heaven", die sich direkt vor der Insel "Onefoot Island", auf der wir später auch geheiratet haben (wovon wir bereits berichteten), befindet, ausgesetzt wurden und von dort aus durch das hüfthohe glasklare Wasser auf dem weichen sandigen Meeresboden zu Onefoot Island hinüber spazierten. Der Ausblick auf Heaven war atemberaubend. Um uns herum waren nur weißer feiner Sand, das türkisblaue Wasser und kleine Inseln zu sehen. Es war ein Traum und mit Abstand der schönste Ort, an dem wir bisher waren! Auf Onefoot Island angekommen, waren wir schon wieder überwältigt. Auch diese kleine Insel war wunderschön und entsprach genau dem, was man sich unter einem Südseetraum vorstellt. Wir freuten uns schon sehr darauf, hier zu heiraten. Nach einem tollen Mittagessen mit Salaten, gegrilltem Fisch und Fleisch und frischen Früchten, das uns von der Crew dort zubereitet worden war, machten wir unzählige Fotos von Strand, Meer und Palmen und schwammen im glasklaren Wasser, das allerdings recht kalt war (im Vergleich zu Bora Bora; verglichen mit Neuseeland war es wieder richtig warm). Danach fuhren wir mit dem Boot wieder zurück und verbrachten den restlichen Tag an unserem eigenen Strand, bis um 18 Uhr Tania bei uns erschien. Wir waren sehr gespannt, was sie uns von der geplanten Zeremonie berichten würde. Zunächst suchte ich, natürlich in Abwesenheit von Michael, meine Blumen für den Brautstrauß und den Haarschmuck aus. Michael würde eine passende Blumenkette erhalten. Dann erklärte uns Tania den Ablauf der Trauung, was der Celebrant (= Standesbeamter) sagen würde und was für uns als Ehegelübde vorgesehen war. Eine Trauung beinhaltet hier den schönen Brauch (wie auch in vielen anderen englischsprachigen Ländern), dass man sich gegenseitig ein Eheversprechen gibt, das man in der Regel selbst verfasst. Tania hatte diese bereits für uns vorgeschrieben. Wir sagten ihr aber, dass wir sie selbst schreiben wollten, was wir in den nächsten Tagen auch taten. Nachdem wir auch alles andere festgelegt hatten, gab uns Tania noch ein paar Tipps, wo man abends auf der Insel noch ein wenig ausgehen könne. Den Abend verbrachten wir gemütlich auf der Terrasse unseres Bungalows. Am nächsten Tag (Mittwoch) war der 24.12. und somit Weihnachten. Wir waren die ganze Zeit nicht wirklich in Weihnachtsstimmung gewesen, was sich auch heute bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein nicht einstellte, worüber wir aber auch nicht sehr traurig waren. Wir empfanden es eher als Genuss, sich mal nicht dem Weihnachtsstress aussetzen zu müssen, sondern einfach nur bei herrlichem Sommerwetter relaxen zu können. Nach einem gemütlichen Strandtag vor unserem Bungalow feierten wir dann aber doch noch ein wenig Heiligabend. Zunächst fuhren wir zum Aitutaki Lagoon Resort and Spa, um dort unser Hochzeitsessen zu buchen. Uns wurden auf einer kleinen einsamen Halbinsel die verschiedenen Möglichkeiten gezeigt, die von einem offenen Pavillion bis zum kleinen Bungalow (Gazebo genannt) reichten und direkt am Wasser standen. Wir entschieden uns für den Pavillion, wurden aber am Tag der Hochzeit wegen des schlechten Wetters doch in einem Gazebo untergebracht, was im Nachhinein viel besser war. Wir tranken an der Poolbar noch einen Cocktail, um auf Weihnachten anzustoßen und fuhren dann ein paar Meter weiter zum Restaurant des Hotels Aitutaki Village (ehemals Samade on the beach), wo wir ebenfalls direkt am Wasser saßen und ein tolles Abendessen hatten. Wir waren bestens gelaunt, kamen schnell mit den Tischnachbarn ins Gespräch und verbrachten einen sehr lustigen Abend dort. Die Angestellten waren auch alle gut gelaunt und trugen lustigen weihnachtlichen Kopfschmuck (Haarreif mit Elchohren - solche Sachen trugen übrigens auch die Beamten im Justice Department, sind eben alle ein bisschen entspannter als bei uns). Danach fuhren wir dann noch in den Game Fishing Club, die örtliche Disco/Bar auf der Insel, die direkt am Hafen in der Stadt liegt. Es war sehr schön dort, es wurde viel einheimische Musik gespielt und alle tanzten ganz ausgelassen waren. Vor allem von dem tollen Hüftschwung der Frauen jeglichen Alters konnte selbst ich die Augen nicht lassen, es sah einfach toll aus. Die Leute waren bunt gemischt und verschiedenen Alters, aber alle hatten den gleichen Spaß, einfach schön. Am nächsten Morgen wollten wir in die Kirche gehen, da es der erste Weihnachtsfeiertag war. Pünktlich zur Abfahrt begann es heftig zu regnen. Egal, wir setzten uns mit unseren Regenjacken auf die Vespa und fuhren ca. 20 Minuten zur Kirche in die Stadt. Wir waren trotzdem tropfnass, als wir ankamen, aber wenigstens war der Regen warm gewesen 🙂 ! Die Kirche füllte sich nur langsam, aber es waren auch einige Touristen und auch wieder unser bekanntes Pärchen dort. Die Messe begann damit, dass wir alle Jesus Christus erstmal ein kräftiges Happy Birthday sangen. Was für eine schöne Idee!! Die ganze Messe war toll und dauerte fast 3 Stunden. Nach einer längeren Predigt vornehmlich in Maori sangen nacheinander die fünf verschiedenen Dörfer der Insel, jeweils vertreten durch einen örtlichen Pastor und einen Teil der Gemeinde, die alle jeweils lauthals ihre Lieder sangen, mitwippten und teilweise sogar aufstanden und tanzten. Die Stimmung war einfach mitreißend! Nach der Messe gab es dann für uns Touristen draußen von einem einheimischen Ehepaar ein paar frische Mangos - einfach so, weil hier tatsächlich fast alle unglaublich gastfreundlich sind. Wir erlebten es selbst später am Strand, dass völlig Fremde, die mit ihren Familien am Strand saßen und Weihnachten feierten, auf uns zukamen und uns mit einem herzlichen "come and eat" zum Essen einluden. Auch unser Reisepärchen erzählte uns, dass sie am Tag zuvor zufällig auf eine Hochzeit eingeladen worden waren und einen tollen Abend dort verbracht hatten, obwohl sie niemanden kannten. Man wird hier aber sehr schnell in die Gemeinschaft aufgenommen und jeder unterhält sich mit dir ohne jegliche Bedenken oder Berührungsängste. Diese Offenheit, Gastfreundschaft und Großzügigkeit hat uns tief beeindruckt. Sowas haben wir bisher noch nie erlebt. Hoffentlich können wir etwas hiervon für uns mitnehmen. Nach der Kirche haben wir uns dann noch an der örtlichen Wasserzapfstelle, die aus einem riesigen runden Wassertank und einem Waschbecken mit zwei Wasserhähnen besteht, trinkbares, gefiltertes Wasser in unsere Flaschen abgefüllt und konnten so wenigstens den Kauf von Wasser sparen. Alles andere war schon teuer genug. Dafür konnten wir uns wenigstens Mangos von der Straße mitnehmen, da hier überall Mangobäume an den Straßen stehen und die Mangos einfach im Gras darunter liegen. Nachmittags packte ich dann endlich mal mein Hochzeitskleid aus meinem Vakuumreisebeutel aus, das durch das Vakuumieren auf eine Minimalgröße "geschrumpft" war, nun aber leider auch entsprechend verknittert war. Oh mein Gott, wie sollte ich das ohne jegliche Reinigung weit und breit auf der Insel in zwei Tagen wieder glatt bekommen? Ich hing es erstmal hinter einem Kleid versteckt auf den Bügel an die Vorhangstange und rollte dann den Vorhang um das Kleid herum, damit Michael es nicht sehen konnte. Die nächsten zwei Tage wurde es zwar dadurch schon recht früh hell im Zimmer, aber schließlich war das Brautkleid wichtiger und einen geschlossenen Kleiderschrank gab es nicht. Nach der nächsten Dusche hängte ich es in die Duschkabine, leider ohne Erfolg! Den Abend verbrachten wir gemütlich auf unserer Terrasse und erhielten unerwartet einen neuen Mitbewohner, nämlich eine kleine Katze, die die nächsten zwei Tage nicht von unserer Seite wich, bis sie am dritten Tag einfach weg war. Am nächsten Tag, dem 2. Weihnachtsfeiertag, der im Englischen "boxing day" genannt wird, lagen wir erst faul am Strand herum und fuhren gegen Nachmittag über die Insel. Den ersten Stopp machten wir im Hotel Pacific Resort and Spa, weil ich dort eine Pediküre buchen wollte. Das Resort war wunderschön und daher reservierten wir auch gleich einen Tisch für unseren letzten Abend am Sonntag. Wir durften auch den Strand nutzen und hüpften natürlich gleich ins Meer. Als wir weiterfahren wollten, merkten wir, dass wir den Schlüssel im Sitz der Vespa, der einen kleinen Stauraum enthält, hatten liegen lassen. Der Sitz war aber natürlich nur mit dem Schlüssel zu öffnen. Mist! Michael ging zur Rezeption und konnte glücklicherweise den Vermieter erreichen, der jemanden vorbei schicken wollte. Wir stellten uns am heutigen Feiertag schon darauf ein, dass wir sicherlich zwei oder drei Stunden warten mussten und waren daher mehr als überrascht, als nach einer Viertelstunde jemand mit unserem Schlüssel in der Hand vor uns stand. Er habe schon alles geregelt, sagte er. Juhuu, es konnte also direkt weiter gehen! Wie herrlich unkompliziert hier doch alle waren! Wir hatten davon gehört, dass hier an Weihnachten und an Silvester jeweils ein anderes Dorf eine Tanzaufführung macht und damit von Dorf zu Dorf über die ganze Insel zieht, natürlich begleitet von einer Band, Gesang und viel Essen. Mit diesen Aufführungen sammelt das Dorf in jedem anderen Dorf Geld, um dieses für Investitionen im eigenen Dorf zu nutzen. Da wir nicht wussten, wo die Gruppe gerade war, fuhren wir einfach los ... und siehe da, wir hatten Glück und erwischten die Gruppe im letzten Dorf und konnten alles mitverfolgen. Es war fantastisch. Klein, Groß, Jung und Alt, Männer und Frauen tanzten in der Gruppe und eine große Band begleitete sie mit einheimischen Liedern. Die Frauen, sogar schon die kleinen Mädchen, schwangen ihre Hüften und jeglichen Blumenschmuck, den sie an sich trugen. Alle sangen laut dazu mit. Es war so ergreifend, dass ich Gänsehaut bekam. Auch hier trafen wir wieder unser Reisepärchen, die bereits den ganzen Tag schon mit der Gruppe unterwegs waren. Die Veranstaltung endete damit, dass uns wieder fremde Leute mit in die Dorfhalle führten und uns aufforderten, uns von dem großen Buffet zu bedienen, was dort aufgebaut war. Nach anfänglichem Zögern bedienten wir uns und bekamen sofort sogar Getränke in die Hand gedrückt. Innerhalb von zehn Minuten war das ganze Buffet leer und die Essensorgie beendet. Zugegebenermaßen sieht man die Priorität auf das Essen auch dem ein oder anderen Einheimischen an. Danach fuhren wir weiter um die Insel und entdeckten schöne kleine Dörfer, verlassene Wege und einen tollen Aussichtspunkt auf dem Berg der Insel, von wo aus wir die riesige Lagune genießen konnten. Abends machte ich mich dann daran, mein Kleid zu bügeln bzw. mit dem kleinen Dampfbügeleisen zu dämpfen. Erst bügelte ich das Unterkleid, glücklicherweise mit einem Tuch darunter, da das Bügeleisen schwarz abfärbte. Oh mein Gott, noch einmal Glück gehabt. Dann hing ich das Kleid an die Badtür und dämpfte mit der kleinen Dampffunktion des Bügeleisens mein Kleid. Diese mühselige Arbeit kostete mich zwei Stunden und jede Menge Nerven. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Danach fuhren wir nochmal in den Game Fishing Club, da uns mittags bei der Aufführung jemand gesagt hatte, dass dort an diesem Abend Livemusik sein sollte, was wir natürlich nicht verpassen wollten. Es war zwar nicht die tolle Musik, die wir erwartet hatten, aber wir hatten trotzdem viel Spaß. Als Michael sich ein neues Bier kaufen wollte, stellte ihm plötzlich ein Mann, der neben uns saß, eine volle Flasche Bier hin und schenkte ihm sie - einfach so, er habe sie noch übrig. Wir waren mal wieder baff! Später trafen wir auch die Leute wieder, die uns nachmittags den Tipp gegeben hatten, und wurden auch gleich von ihnen aufgefordert, mit ihnen zu tanzen und uns an ihren Tisch zu setzen, wo wir uns sehr nett mit ihnen unterhielten, bis wir irgendwann kurz nach elf Uhr im leichten Nieselregen aufbrachen. Schließlich war am nächsten Tag unsere Hochzeit! Den Sonntag nach unserer traumhaften Hochzeit, über die wir bereits berichtet haben, verbrachten wir damit, im Regen auf unserer Terrasse zu sitzen, langsam unsere Rucksäcke zu packen und unsere Hochzeit Revue passieren zu lassen. Es war viel zu schnell vergangen und wir konnten es noch nicht wirklich begreifen, dass wir jetzt verheiratet waren und dass wir so eine traumhafte Hochzeit hatten. Nachmittags fuhren wir noch bei Tania vorbei, um die Hochzeit zu bezahlen. Das war dann definitiv der unromantische Teil, aber wir hatten noch eine lustige Unterhaltung mit Tania, die uns etwas mehr vom Inselleben und ihrer Familie erzählte und uns noch jede Menge Wasserflaschen mitgab, als wir nur kurz erwähnten, dass wir noch zum Wassertank fahren wollten. Wow! Abends fuhren wir ins Pacific Resort und gönnten uns eine Seafood Platte, die jedoch nicht gut schmeckte und wir schon beim Essen merkten, dass die Qualität nicht besonders gut war. Am nächsten Morgen war uns beiden richtig schlecht und wir mussten Tabletten gegen die Übelkeit nehmen. Es war schrecklich! Glücklicherweise hatte Annie, Tanias Mutter, versprochen, den Papierkram mit unserer Heiratsurkunde in Rarotonga zu übernehmen und uns am Flughafen die Urkunde zu geben. Das hätten wir niemals hinbekommen. Schlimmer war aber noch, dass wir in Rarotonga bis abends um 21.45 Uhr die Zeit totschlagen mussten, da erst um diese Uhrzeit unser Flieger nach Auckland startete. Miles brachte uns zuerst zum Scooterverleih, um den Scooter abzugeben, und dann zum Flughafen und verabschiedete uns dort. Der Flughafen ist so klein und jeder kennt hier jeden, so dass wir beim Einchecken noch nicht mal die Ausweise vorlegen mussten, sondern nach der Gepäckaufgabe sofort unsere Bordkarte erhielten. Wahrscheinlich wussten Sie, dass wir bei Miles waren, und da sie ihn kannten, kannten sie vielleicht auch uns ... oder so ähnlich?! Tania kam auch noch vorbei und brachte uns ein kleines Abschiedsgeschenk und nochmal den Text unserer Trauung. Ebenfalls am Flughafen trafen wir auch Potini wieder, der uns eine erste DVD übergab, auf der schon mal die ersten 50 Fotos gespeichert waren. Den Rest versprach er, uns per Post nach Hause zu senden. Der Flug zurück nach Raro war schrecklich. Eine Turbulenz nach der anderen rüttelte den kleinen Flieger und ich musste ein paar Mal in Richtung "weiße Tüte" greifen, aber glücklicherweise doch nicht benutzen. Als wir in Raro ankamen, waren wir mittlerweile so schläfrig von den Tabletten und es war uns immer noch so schlecht, dass wir Annie glatt übersahen. Aber sie sah uns und winkte uns zu. Sie erklärte uns aber, dass sie die Apostille doch nicht bekommen hätten, da das entsprechende Amt geschlossen war. Auf einmal kam dann aber Annies Mann und sagte, dass er jemanden getroffen habe, der ihm helfen könne und wir unsere Apostille doch noch bekämen. In der Zwischenzeit luden wir unser Gepäck bei Annies Mann ab und verbrachten danach den ganzen Tag in einem Backpacker Hostel, das gegenüber des Flughafens lag. Es war ein schrecklicher Tag, da wir uns am liebsten hingelegt hätten, es hierzu aber keine Möglichkeit gab. So schlugen wir von 11 Uhr bis 19 Uhr die Zeit tot, als uns Annie wieder abholte und ihr Mann uns die mit Apostille versehene Urkunde überreichte. Juhuu! Wir waren sehr glücklich darüber und konnten nun beruhigt einchecken und uns noch bis kurz vor 22 Uhr die Zeit am Flughafen vertreiben. Es war geschafft! Leider mussten wir uns nun also von der traumhaften Südsee verabschieden. Wir haben insgesamt vier Wochen in der Südsee verbracht, wovon Aitutaki der absolute Höhepunkt für uns war und wir sehr gerne nochmal dorthin fliegen würden! Überhaupt waren die Cookinseln für uns die schönsten Südseeinseln, nicht nur wegen der atemberaubenden Landschaft, sondern vor allem wegen der unglaublich gastfreundlichen, gut gelaunten und herzlichen Menschen hier. Die Polynesier waren schon sehr nett gewesen, aber die Einwohner der Cookinseln haben uns einfach sprachlos gemacht! Ein Spruch, den ich bei Tania an der Wand gesehen habe, geht mir hierbei einfach nicht mehr aus dem Kopf, der ziemlich genau das Lebensgefühl dort beschreibt: "Live every moment, laugh every day, love beyond words" (Lebe jeden Augenblick, lache jeden Tag und liebe über alle Maßen)! Wir lieben die Cookinseln!! Bilder folgen bald ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.